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… hat drei Aufgaben: Einmal ist sie als die interaktive Ergänzung zu meinem inzwischen abgeschlossenen Dissertationsprojekt „Hitzig und Berlin. Zur Organisation von Literatur (1800-1840)“ gedacht. Dann stellt sie mein aktuelles, an der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedeltes Forschungsprojekt „Briefedition Julius Eduard Hitzig“ vor. Drittens gibt sie Auskunft über die Aktivitäten der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Berliner Intellektuelle 1800-1830".

Sonntag, 26. August 2012

„ich habe auf Varnhagens Schoß gesessen“ – Briefe von Antonie an ihren Mann Adelbert von Chamisso

 
Henrike Both hat für ihrer Bachelorarbeit (HU Berlin) 18 Briefe von Antonie an ihren Mann Adelbert von Chamisso transkribiert und wertet sie zurzeit inhaltlich aus. Die Briefe stammen aus dem Jahr 1823. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich Chamisso zu Forschungszwecken in Greifswald auf. Antonie blieb mit den Kindern in Berlin.
Einen ersten Einblick in die aufschlussreichen Briefe liefert der Eintrag von Dr. Anne Baillot im Caroline von Humboldt Forum.

Dienstag, 3. April 2012

Briefe von Chamisso an de La Foye: Von der Handschrift zur digitalen Veröffentlichung

Im Sommersemester 2012 wird an der Humboldt Universität zu Berlin ein Praxisseminar zur Edition deutscher und französischer Briefe des Schriftstellers und Naturforschers Adelbert von Chamisso angeboten. Der Nachlass de La Foye (Staatsbibliothek zu Berlin-PK) enthält 104 Briefe/Brieffragmente Chamissos an de La Foye, die als abgegrenztes Materialkorpus für eine digitale Edition aufbereitet werden sollen. Zuerst sind paläographische Leseübungen sowie eine Einführung in das Werk Chamissos vorgesehen. Anschließend werden archivarische Fragen am Beispiel des in der Staatsbibliothek zu Berlin-PK erhaltenen Chamisso-Nachlasses (Bestandsgeschichte, Systematisierung) erörtert. Schließlich sollen die Studenten nach einer Einarbeitung in die Grundlagen der XML-Kodierung nach den TEI-Richtlinien (Standardformat für digitale Editionen) eine eigene Edition einer Auswahl von Briefen von Chamisso vorbereiten. Die Webplattform der Nachwuchsgruppe "Berliner Intellektuelle" bietet anschließend einen Veröffentlichungsort, so dass nach deren editorischen Richtlinien gearbeitet werden soll.

Freitag, 23. März 2012

J. E. Hitzigs Wohnverhältnisse in Berlin

Die Bereitstellung der Digitalisate der Berliner Adressbücher von 1799 bis 1943 durch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin erlaubt erstaunliche Einblicke in Berliner Wohn- und Nachbarschaftsverhältnisse. Nicht nur lässt sich jahrgenau rekonstruieren wer wo gelebt und gearbeitet hat, sondern oft auch mit wem ein Haus/eine Wohnung geteilt wurde.
J.E. Hitzigs Wohnhaus (1820-1849),
© Stiftung Stadtmuseum Berlin

Für J. E. Hitzig ergeben sich daraus folgende Zusammengänge: Zuerst lässt sich in den Adressbüchern aus den Jahren 1799 und 1801 die Familienresidenz Itzig in der Burgstraße direkt am Ufer der Spree nachweisen. Das von Isaak Elias Itzig (später: J.E. Hitzig) besuchte Joachimsthalsche Gymnasium liegt nur zwei Häuser weiter.

Dienstag, 3. Januar 2012

Deutsch-französischer Kulturtransfer

Zum Jahreswechsel 2012/13 erscheint der zweite Band der Reihe "Berliner Intellektuelle um 1800" im Berliner Wissenschafts-Verlag, der den Titel "Französisch-deutsche Kulturräume um 1800. Bildungsnetzwerke - Vermittlerpersönlichkeiten - Wissenstransfer" tragen wird.
Mein Beitrag "Paris in Berlin? – Aspekte deutsch-französischer Kulturbeziehungen bei Julius Eduard Hitzig" versteht sich als eine exemplarische Fallstudie deutsch-französischer Kulturbeziehungen im frühen 19. Jahrhundert, in welcher das Augenmerk auf einer Person liegt, die in unterschiedlichen Kulturbereichen zwischen Frankreich und Deutschland vermittelnd tätig war. Dabei geraten verschiedene Aspekte in den Fokus: die Übersetzungstätigkeit (deutsche Übersetzung französischer Texte), der Verlag als interkulturelle Mittlerinstanz (Import französischer Literatur nach Deutschland und Vermittlung deutscher Literatur nach Frankreich), die Herausgeberschaft verschiedener Zeitungen (Rezeption französischer Publizistik in Deutschland), die Adaption französischer Rechtsprinzipien in Preußen, die Übertragung französischer Erzählmuster in ein deutsches Publikationsmodell (Pitaval-Tradition) und die Funktion einer literarischen Gesellschaft als kulturelle Mittlerinstitution im Rahmen einer urbanen Geselligkeitskultur.

Montag, 5. Dezember 2011

Brief-Edition im digitalen Zeitalter

Im Oktober 2011 fand in Weimar eine Fachtagung mit dem Titel "Brief-Edition im digitalen Zeitalter" statt. Der Tagungsbericht ist jetzt auf H-Germanistik erscheinen:

"Im Zentrum der Beschäftigung mit wissenschaftlichen Briefeditionen standen noch bis vor Kurzem naturgemäß traditionelle gedruckte Ausgaben. Nicht von der Hand weisen lässt sich allerdings, dass sich unter dem Einfluss elektronischer Publikationsmöglichkeiten auch und gerade für Briefeditionen neue Darstellungs- und Dokumentationsmöglichkeiten ergeben können, die durchaus innovative Erkenntnisinteressen generieren. Die Weimarer Tagung „Brief-Edition im digitalen Zeitalter“ hatte sich daher zum Ziel gesetzt, Fragen nach veränderten editionswissenschaftlichen Standards z. B. der Textkonstitution von Briefen, ihrer editorischen Aufbereitung und Darbietung, sowie der Briefkommentierung unter dem Einfluss der elektronischen Medien nachzugehen. [...]"

Der vollständige Tagungsbericht ist hier nachzulesen.

Montag, 14. November 2011

Gelehrtes Berlin

Der Terminus "Gelehrtes Berlin" ist für Julius Eduard Hitzig in zweierlei Hinsicht zentral: Zum einen heißt so das von ihm 1826 herausgegebene Schriftstellerverzeichnis, das auch heute noch herangezogen wird, wenn man sich über die schreibende Zunft in Berlin um 1820 informieren will. Zum anderen trägt eine zeitgenössische Lithographiereihe diesen Namen, in der Hitzigs Konterfei abgebildet wird. Hitzig widerfährt damit die Aufnahme in den erlesenen Kreis von 27 ausgewählten Berliner Gelehrten der Sattelzeit - und das, obwohl er Zeit seines Lebens weder der Berliner Universität noch der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften angehört hat. 
Der jetzt erschienene Aufsatz 'Julius Eduard Hitzig und das gelehrte Berlin' geht beidem nach und versucht sich dadurch dem Begriff des Gelehrten um 1820 anzunähern.    

Weiterlesen:
Anna Busch, 'Julius Eduard Hitzig und das gelehrte Berlin', in: Iwan-M. D’Aprile, Roland Berbig, Helmut Peitsch, Erhard Schütz (Hrsg.), Berlins 19. Jahrhundert. Ein Metropolen-Kompendium (Berlin, 2011), S. 147-160.




Mittwoch, 24. August 2011

Hitzigs 'Lesezimmer für die Universität'

Am 15. Oktober 1810, pünktlich zum Beginn der ersten Vorlesungen an der Berliner Universität, eröffnete Julius Eduard Hitzig sein ‚Lesezimmer für die Universität‘ in der Charlottenstraße 32 – in unmittelbarer Nähe zur Universität. Zu verdanken war diese bildungsbürgerlich geprägte Einzelinitiative seinem ausgeprägten verlegerischen und kulturpolitischen Kalkül, mit dem er eine entscheidende Lücke in der Wissenschaftslandschaft Berlins erkannt hatte und diese gewinnbringend zu schließen versuchte. Zugrunde lag die Erkenntnis, dass es bei Aufnahme des Universitätsbetriebs in Berlin an einer Fachbibliothek fehlen würde, die sowohl die Bedürfnisse von Lehrenden als auch Lernenden decken konnte. Eine entscheidende Rolle für den fundierten wissenschaftlichen Austausch in Berlin spielte dabei die Bereitstellung von Fachzeitschriften, die in Hitzigs Lesezimmer eingesehen und exzerpiert werden konnten.

Weiterlesen:
Anna Busch, ‚Wissensorganisation und -vermittlung in der Gründungsphase der Berlin Universität. Julius Eduard Hitzigs 'Lesezimmer für die Universität' als erste Berliner Universitätsbibliothek‘, in: Anne Baillot (Hrsg.), Netzwerke des Wissens. Das intellektuelle Berlin um 1800 (Berlin, 2011), S. 155-169.